Nächste Termine

  • Keine Termine.
Juli 2017
M D M D F S S
« Mai    
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Warnstreik: Solidarität mit den Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste!

ver.di, die Gewerkschaft der Sozial- und Erziehungsberufe, ruft am Freitag, 20. März 2015 (Kundgebung, 11 Uhr Stachus) im Ballungsraum München zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Betroffen sind insbesondere Einrichtungen der Landeshauptstadt München sowie von Städten und Gemeinden in den Landkreisen rund um München.

Gründe für den Warnstreik

Die fachlichen Anforderungen an die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienstsind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Kinderbetreuungseinrichtungen sind längst keine „Aufbewahrstationen“ mehr. Sie haben einen umfangreichen Auftrag in der frühkindlichen Bildung. Das muss sich endlich auch in der Bezahlung niederschlagen.

UPDATE: Ver.Di ruft erneut zu einem Warnstreik für den 08.04.2015 auf!

(Quelle: Ver.Di)

Solidarität mit den Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste!

#Aufwerten? Richtig gut und richtig Richtig!

LSoli_Exportiebe Kolleginnen und Kollegen,

JedeR hat es irgendwie schon mal gehört: Als Erzieher muss man doch nur ein bisschen spielen und Sozialarbeiterinnen machen nix außer labern und Kaffee trinken. Und dann wollen die da auch noch Geld für. Diese Aussagen spiegeln ungefähr das Bild wieder, dass viele Menschen unberechtigterweise von Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst hat.
Aus genau den Gründen sind auch alle schnell dabei sich aufzuregen, wenn es in eurem Bereich Tarifverhandlungen oder gar Streiks gibt. Nach den Gründen wird selten gefragt: Massiver Personalmangel, schlechte Bezahlung, unzureichende Eingruppierung. Das kennt ihr ja alle. Aber darf man so herzlos sein, nicht auf die armen Kinder aufzupassen nur weil man ein bisschen mehr Geld will?

Wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) finden eure Anliegen mehr als berechtigt. Gerade weil ihr so eine große Verantwortung gegenüber Kindern und anderen Menschen tragt, ist eine Gehalt, das gut zum Leben reicht und stressfreie Arbeitsbedingungen das Mindeste, was euch zu steht. Auch beim Wechsel des Bereiches, z.B. vom Hort in die Kita kann es nicht sein, dass sich damit die Eingruppierung ändert und auf Berufserfahrung keine Rücksicht mehr genommen wird. Und wenn ihr mal hier mal da die Aufgaben einer Kita-Leitung übernehmt, da diese nicht mehr von einer Person alleine bewältigbar sind, dann gehört sich auch ein entsprechende Entlohnung.

Außerdem vergessen viele Leute schnell einen zentralen Punkt:

Würde es euch nicht geben, müsste immer jemand Zuhause bleiben um das Kind zu hüten, das behinderte Kind zu pflegen usw. Eure Arbeit, nämlich die Unterstützung und Entlastung der privaten Familie, ist eine massive Bereicherung für die gesamte Gesellschaft. Damit schafft ihr erst die Grundlage, auf der sich viele Frauen von häuslicher und erzieherischer Arbeit ein Stück mehr unabhängig machen können. Eure Forderungen sind also gerechtfertigt – lasst euch nicht mit halben Kompromissen abspeisen!

Wir wünschen euch für die bevorstehenden Tarifverhandlungen viel Kraft und Ausdauer damit ihr eure Ziele in vollem Maße erreicht. Wir sichern euch unsere vollste Solidarität zu und bieten euch unsere Unterstützung an wo wir nur können.

Wir fordern:

  • durchschnittlich 10% mehr für jede Eingruppierungsstufe!
  • Für eine Überarbeitung der Eingruppierungstabelle, auch hinsichtlich Berufserfahrung und Tätigkeitsfeld
  • Überarbeitung der Heraushebungskriterien für Kita-Leitungen!

 

——————————————————————————–

Hier ist ein Solidaritätstext der SDAJ für die Eltern:

Wir die Sozialistische Deutsche Arbeiterju­gend (SDAJ) erklären uns solidarisch mit den Forderungen und dem Kampf der Beschäf­tigten im Sozial- und Erziehungsdienst um mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Wir verstehen, dass es für viele von Ihnen ein Pro­blem darstellt, wenn Sie bspw. ihre Kinder nicht in den Kindergarten oder in die Kita bringen können, weil dieser wegen Streik geschlossen ist. Einige den­ken sich vielleicht, „nur weil die mehr Geld wollen, muss ich jetzt darunter leiden“.

Doch haben nicht auch Sie ein Interesse an guten Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und einem Lohn, der zum Leben reicht?

Zum Einen haben die Arbeitsbedingungen direkten Einfluss auf Ihre Kinder. Gestresste und überforderte ErzieherInnen oder KindergärtnerInnen habben viel weniger Zeit und Geduld um auf die Kinder und ihre Bedürfnisse einzugehen. Das tut auch den Kindern nicht gut und erfüllt sicherlich nicht Ihre Ansprüche an gute Betreuung.media.facebook.67b1eb9e-1d65-4645-ae8c-b0cb83865c47.normalized
Zum Anderen setzten sich die Beschäftigten, die jetzt auf die Straße gehen, völlig zu Recht für ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse ein: Die Arbeitsbedingungen sind an vielen Orten nicht besonders gut: Zu wenig Personal, um die Kinder vernünftig zu betreuen, eine sehr hohe Arbeitsbelastung und hinzu kommt noch eine Bezahlung die oft nur dürftig zum Leben reicht.

Wie in jeder anderen Branche ist auch im Sozial- und Erziehungsdienst der Streik die stärkste Waffe der Angestellten um ihre Interessen durchzusetzen. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass wenn bspw.ein großer Metallbetrieb bestreikt wird,es keine direkten Auswirkungen auf andere Menschen hat. Da aber im Sozial- und Erziehungsdienst auch „Außenstehende“ von Arbeitskämpfen betroffen sind, ist es hier besonders wichtig Verständnis und Solidarität für die Beschäftigten zu haben und sich nicht gegen diese aufstacheln zu lassen.

Download:

Solidaritätsflyer_KITAs.pdf

Solidaritätstext an die Eltern.pdf

Mehr als nur ein Krümel vom Kuchen

Auch in München fanden heute Warnstreiks im Zuge der Tarifrunde des Öffentlichen Dienstes der Länder statt. 11056683_789244204462676_116339055_nAufgerufen zu den Arbeitsniederlegungen waren Beschäftigte aus Verwaltungen, Gerichten, Hochschulen, Studentenwerken, Autobahn- und Straßenmeistereien, Flussmeisterstellen, Wasserwirtschaftsämter, Bauämtern, Theatern und Klinika. Mehrere Hundert Beschäftigte, Kolleginnen und Kollegen, versammelten sich am Odeonsplatz um ihren Forderungen nach mehr Lohn und gegen Befristungen Ausdruck zu verleihen. Parallel dazu fand erneut ein Protestaktion bei Giesecke und Devrient statt, ein Unternehmen, welches kurz vor Weihnachten letzten Jahres verkündete trotz positiver Zahlen, rund 800 Stellen abzubauen um Geld zu sparen und noch mehr Profit zu machen. Bei beiden Aktionen waren auch wir vor Ort und haben dort folgende Solierklärung verteilt: Mehr als nur ein Krümel vom Kuchen – TVL Aktion.pdf
11072575_789244234462673_1008739597_n1616271_789244147796015_1507984876_n11047203_789244187796011_1237840863_n11047269_789244071129356_593851119_n11051309_789244114462685_394007150_n

Solidarität mit der Emanzipation – Unterstützt die Tarifrunde der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst!

Unterstützt die Tarifrunde der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst!

 

„Kaffee trinken, ‘rum sitzen, ein bisschen mit den Kindern spielen. Und dafür wollen die jetzt auch noch mehr Geld?!“ So steht es manchen Eltern und Passanten nahezu schon auf der Stirn geschrieben, wenn sie vor einem bestreikten Kindergarten stehen. Dabei wird in den Einrichtungen fachlich qualifizierte Arbeit geleistet, während die Bezahlung beschissen ist und die Arbeitsbedingungen hart sind: Eine Kita ist etwa so laut wie ein in 100 Meter Entfernung startender Düsenjet. Deshalb wird jetzt gestreikt. Betroffen sind nicht nur die ErzieherInnen, sondern alle Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst, also ca. eine Dreiviertelmillion Menschen, darunter KinderpflegerInnen, Beschäftige in Behinderteneinrichtungen und viele mehr.

Die Gewerkschaften GEW und ver.di haben sich für die Tarifverhandlungen die Neuverhandlung der Eingruppierungstabelle der Sozial- und Erziehungsdienste vorgenommen, wobei ver.di die Verhandlungsführerschaft innehat, weil hier die meisten Beschäftigten in diesem Bereich organisiert sind. Durchschnittlich soll durch eine Neubewertung der Tätigkeiten der Beschäftigten eine Umgruppierung stattfinden, die durchschnittlich auf eine Lohnerhöhung von 10 % herausliefe – wenn wir sie denn mit vielen Aktionen und Streiks gemeinsam gegen die kommunalen Arbeit“geber“ durchsetzen. Beide Gewerkschaften wollen die Auseinandersetzung mit Öffentlichkeitskampagnen begleiten. „Richtig gute Arbeit richtig gut bezahlen“ ist das Motto der ver.di-Kampagne und die GEW sagt: Für ein „besseres Ego“, was sowohl eine bessere „EntGeltOrdnung“, als auch eine Stärkung des Selbstbewusstseins der KollegInnen meint. Das ist auch nötig, denn leider sind viele Einrichtungen in kirchlicher Hand und damit „Tendenzbetriebe“, die z. B. keine Betriebsräte bilden dürfen und gänzlich vom Streikrecht ausgeschlossen sind.
Dass die Sozial- und Erziehungstätigkeit vor allem von Frauen ausgeführt wird, ist kein Geheimnis. So ist jede Einschränkung, jeder Verlust im Reallohn und jede Belastung ein weiterer Schlag ins Gesicht der Emanzipation der Frau, jeder erkämpfte Erfolg ist einer für die Emanzipation der lohnabhängigen Frauen und aller Beschäftigten insgesamt. Deswegen ist die Solidarität mit ver.di und GEW im kommenden Tarifstreit die Solidarität mit der Emanzipation. Und die ist jetzt gefragt. Die Tarifrunde wird aller Voraussicht nach lang und schwierig werden – und nicht ohne Unterstützung durchzuhalten sein. Deswegen brauchen wir jede und jeden an der Seite der Beschäftigten! Die Gewerkschaften haben aufgerufen Unterstützungskomitees zu bilden. Also, nur mutig voran! Kontakt zur örtlichen Gewerkschaft aufbauen und anpacken – mit Fahne, Soli-Erklärung und helfenden Händen!

25 Jahre Mauerfall – Ein Fest fürs Kapital: Kein bock auf nochmal 25 Jahre Sozialabbau, Kriegseinsätze & Jugendarbeitslosigkeit

Vor 25 Jahren fiel die Berliner Mauer. Jedes Jahr wird dieser Tag von den Herrschenden zum Anlass großer Feiern genommen, dieses Jahr dürfen sie noch um einiges größer ausfallen. In den Reden, die dort gehalten werden, wird dann nicht nur die 1989 angeblich gewonnene Freiheit gefeiert, sondern auch die DDR mit scharfen Worten verurteilt werden. Das kennen wir allerdings nicht nur von Jahrestagen und ähnlichen Anlässen, sondern erleben es täglich in Schule und Medien. Auch wenn der Staat DDR nicht mehr existiert, das Feindbild DDR wird aufrecht erhalten. Warum und für wen wird eigentlich dieser ganze Aufwand betrieben?

Alles nur Einbildung

Erklärtes Ziel vieler „Aufklärungs“-kampagnen zur DDR ist die Beeinflussung des Geschichtsbilds Jugendlicher. Denn auch, wenn von einer DDR-Begeisterung der deutschen Jugend keine Rede sein kann, die Herrschenden bekämpfen mit ihrer Propaganda keine reine Einbildung. Um die wirkliche DDR geht es ihnen erst in zweiter Linie, um eine ernsthafte, vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit der historischen Realität erst recht nicht. Vor allem geht es darum, dass eine Alternative zur kapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht einmal mehr gedacht werden soll, um die völlige Verbannung des Sozialismus aus den Köpfen. Denn ohne eine grundsätzliche Perspektive fällt es uns auch schwerer, wirksamen Widerstand im Hier und Jetzt zu entwickeln. Widerstand gegen Ausbildungsplatzmangel, prekäre Arbeitsverhältnisse, unbezahlte Überstunden und miese Löhne. Widerstand gegen Lehrermangel, überfüllte Klassen, marode Schulgebäude und antidemokratische Lehrinhalte. Widerstand gegen Nazis, Rassismus und staatliche Auslese- und Abschiebepolitik. Widerstand gegen Kriegseinsätze, Waffenexporte und Bundeswehrpropaganda. All diesen dringend notwendigen Kämpfen soll die gemeinsame Klammer genommen werden, die allein dafür sorgen kann, dass sie konsequent und ohne Rücksicht auf das Kapital geführt werden: die sozialistische Perspektive!

1989, „Ende der Geschichte“?

Eine sozialistische Gesellschaftsordnung, die bestimmt ist vom gemeinsamen Eigentum aller ihrer Mitglieder an den entscheidenden Produktionsmitteln und der gemeinsamen Planung ihrer Einsatzes für die Befriedigung der Bedürfnisse der Gesellschaft, ist die Voraussetzung dafür, dass wir solche Kämpfe nicht mehr führen müssen, die Voraussetzung für die Verwirklichung unseres Rechts auf Arbeit und Bildung, ein Leben ohne Ausbeutung und Krieg. In der DDR waren aufgrund ihrer sozialistischen Eigentumsverhältnisse diese Voraussetzungen gegeben.
Und darum feiern die Herrschenden der Bundesrepublik am 9. November nicht das Ende der Beschränkungen der Reisefreiheit für die BürgerInnen der DDR, sondern das Ende des Sozialismus als alternatives Gesellschaftsmodell und Angriff auf ihre Profit-Ordnung. Sie feiern das angebliche „Ende der Geschichte“, den endgültigen Triumph des Kapitalismus. Dieses Ende kann es aber nicht geben, da es der Kapitalismus selbst ist, der immer wieder die Widersprüche hervorbringt, die die Menschen zum Kampf um ihre Rechte treiben und so auch immer wieder zum Suchen nach Alternativen. In Zeiten der größten Krise des Kapitalismus seit Jahrzehnten ist es für das Kapital daher umso nötiger, diese Alternative zu diskutieren.

Der realexistierende Kapitalismus

Den meisten ehemaligen DDR-BürgerInnen ist nach 25 Jahren freier Marktwirtschaft nicht mehr nach Feiern zumute. Herrschten nach 1989 zunächst Hoffnungen auf die von Helmut Kohl versprochenen „blühenden Landschaften“, machte sich sehr schnell Ernüchterung breit. Denn was der Kapitalismus den frischgebackenen EinwohnerInnen der BRD zu bieten hatte, war die Inbesitznahme und das Ausschalten der ostdeutschen Industrie durch das westliche Kapital, Massenarbeitslosigkeit, Sozialabbau, Hartz IV, Chancen- und Perspektivlosigkeit. Für viele ostdeutsche Jugendliche bedeutete die gewonnene Reisefreiheit erst einmal, dass sie sich im Westen auf Jobsuche begeben mussten. Kurz gesagt: was sich durchsetzte, war die Herrschaft der Profitlogik. Und auch in Westdeutschland hat das Kapital nach dem Ende der DDR die Zügel angezogen. Ohne die Systemkonkurrenz von nebenan fiel die Notwendigkeit weg, sich einen möglichst sozialen Anstrich zu geben. Lohnkürzungen, Abbau sozialer Leistungen, steigende Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind seitdem auch im Westen immer weiter auf dem Vormarsch. Für das deutsche Kapital ein weiterer Grund zu feiern, denn seine Strategie ist aufgegangen: das wiedervereinigte Deutschland ist dank seiner rigiden Lohn- und Sozialpolitik zur herrschenden ökonomischen Macht in Europa aufgestiegen, die weltweit wieder ganz vorne mitspielt und dazu auch militärische Mittel einsetzt. Um diese Strategie weiter erfolgreich voranzutreiben, brauchen die deutschen Banken und Konzerne ein ruhiges Hinterland, in den Betrieben und auf der Straße. Zu dieser Ruhe soll die Anti-DDR-Propaganda beitragen. Sie ist die ideologische Begleitmusik zu den Angriffen des deutschen Kapitals auf unsere Lebensbedingungen und seiner zunehmenden Aggressivität nach Außen.

Trotzalledem, Widerstand gegen das Kapital

Gegen diese Angriffe der deutschen Banken und Konzerne, des deutschen Imperialismus, hilft nur unser gemeinsamer Widerstand, den wir da organisieren müssen, wo wir lernen, arbeiten und wohnen. Für uns gibt es kein „Ende der Geschichte“, der Kapitalismus ist nicht alternativlos. Wir führen unsere Kämpfe deshalb mit der Perspektive des Bruchs mit der kapitalistischen Ordnung, mit der Perspektive eines neuen Anlaufs zum Sozialismus. Die Erfahrungen, die die Arbeiterbewegung beim ersten Anlauf zum Sozialismus in der DDR gemacht hat, sind dabei für uns von enormer Wichtigkeit. Wir lassen uns unsere Sicht der DDR darum nicht vom deutschen Kapital bestimmen, sondern wollen aus unserer eigenen Perspektive, der Perspektive einer Jugend im Kampf gegen das Kapital, eine Analyse und Bewertung der DDR und ihrer Geschichte vornehmen, um daraus für künftige Kämpfe zu lernen. Einen ersten Versuch dazu übernehmen wir mit unserer Broschüre „Ein anderes Deutschland war möglich – Wir, die DDR und eine Zukunft ohne Kapitalismus“. Rund um den 9. November werden wir dem Getöse der Herrschenden unsere Sicht auf die DDR entgegenstellen, mit der Verbreitung unserer Broschüre und inhaltlichen Veranstaltungen.

Wir haben keinen Grund, den Sieg des Kapitals zu feiern, wir haben keinen Bock auf nochmal 25 Jahre Sozialabbau, Kriegseinsätze und Jugendarbeitslosigkeit!

DDR-A5Flyer-print-2

Auftaktaktion gegen die Kanzlei Schreiner & Partner

Foto 3bAm Donnerstag den 25.09 fand eine Kundgebung gegen ein sogenanntes „Unionbusting“-Seminar der Kanzlei Schreiner & Partner im Dorint Hotel Airport München Freising statt bei der wir mit dem offenen Stammtisch der Gewerkschaftsaktiven München und Kolleginnen und Kollegen aus Freising und München teilnahmen. Hat man das Seminarprogramm einmal durchgeblättert, muss eigentlich kaum noch etwas erläutert oder erklärt werden. Besonders eingängig sind folgende Programmpunkte: „Anti-Gewerkschaftsstrategie: So reduzieren Sie den Einfluss von Gewerkschaften im Betrieb“ oder auch: „Konfrontationsstrategie: So werden sie ihren Betriebsrat notfalls los“. Es handelt sich also um eine Kanzlei, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Arbeitgebern, Personalchefs und Betriebsleitern beizubringen, wie man unliebsame Gewerkschaftler aus seinen Betrieben mobbt und sie durch perfide Manöver und Strategien aus dem Betrieb raus ekelt. Inhalt und Ziel dieser bundesweit stattfindenden Schulungen ist es also, den Arbeitgebern zu vermitteln wie sie denn am besten Arbeiterinnen und Arbeiter, deren Rechte und Interessen, bekämpfen und Betriebsräte oder gewerkschaftliche Vertretungen zerschlagen. Foto 2bEgal ob Wahlbeeinflussung, Bestechung, konstruierte Kündigungsgründe, Mobbing oder Spaltung der Belegschaften mithilfe von Sexismus oder Rassismus, für nichts ist man sich zu Schade, Hauptsache das jeweilige Unternehmen profitiert von alldem. Doch Schreiner und Partner ist nur eines von vielen Beispielen, welches für die Repressionen gegenüber Gewerkschaftlern und Betriebsräten, die Aushebelung der Rechte von Arbeitnehmern oder die schlechten Arbeits und Ausbildungsbedingungen im Allgemeinen steht. Denn auch ohne solch ominöse Anwaltskanzleien sieht es im Bezug auf die Arbeitsverhältnisse in Deutschland sehr schlecht aus. Unbezahlte Überstunden, Mangel an Ausbildungsplätzen oder Angst vor der Entlassung gehören bereits zu den grundlegenden Themen mit denen man als Arbeitnehmer zu kämpfen hat. Vor allem Jugendliche sind davon betroffen und werden auf solche Weise immer wieder von den Unternehmen als billige Arbeitskräfte missbraucht. Gerade hierbei spielen der auf die jungen Auszubildenden oder Arbeitenden ausgeübte Druck oder die Repressionen beispielsweise in Form von Anwaltskanzleien wie Schreiner und Partner eine große Rolle. Denn nur selten trauen sich die Jugendlichen in ihren Betrieben gegen die schlechten Verhältnisse vorzugehen oder sich an die Gewerkschaft zu wenden. Wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend, kurz SDAJ, wollen dieser Situation etwas entgegen setzen. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“ outen wir in verschiedenen Betrieben die schlechten Arbeits- und Ausbildungsbedingungen gemeinsam mit Azubis und jungen Beschäftigten und rufen dazu auf, sich als Azubi, Arbeiterin oder Arbeiter zu organisieren, ob in der Gewerkschaft oder in der örtlichen SDAJ-Gruppe, um gemeinsam mit anderen arbeitenden Jugendlichen für die gemeinsamen Interessen einzutreten und seine Rechte zu erkämpfen. In München beispielsweise haben wir als konkretes Beispiel die schlechten Ausbildungsbedingungen bei der Supermarktkette NORMA aufgegriffen und Outingaktionen vor mehreren Filialen durchgeführt. Dutzende Aktionen fanden bundesweit im Rahmen der Kampagne statt und auch in Zukunft werden wir nicht locker lassen.
Hierbei fordern wir auch die Umsetzung eines von uns erstellten Ausbildungsgesetzes, welches unter anderem einen garantierten Ausbildungsplatz oder eine fürs Leben ausreichende Vergütung enthält.
Natürlich dürfen wir uns hierbei keine Illusionen machen! Ein von uns gefordertes Ausbildungsgesetz wird uns nicht einfach gegeben werden und auch bessere Ausbildungsbedingungen werden nicht aufgrund von Beschwerden durchgesetzt. All dies muss von uns hart erkämpft werden und jede noch so kleine Verbesserung steht immer wieder unter Beschuss. Nur wenn wir gemeinsam und organisiert gegen die Methoden der Unternehmen zur Aufhebung unserer Rechte oder gegen den derzeit massiv stattfindenden Sozialabbau vorgehen und all dies bekämpfen, dann können wir auch Erfolge erzielen und derartige Arbeitgeberanwälte wie Schreiner und Partner in die Schranken weisen. Die beste Methode um dies zu erreichen, ist es genau das zu tun was Schreiner und Partner zu verhindern versuchen: Aktiv in JAV und Gewerkschaft zu werden, Betriebsräte aufzubauen und in den Betrieben sich so zur Wehr zu setzen!
Diese Aktion war nur der Auftakt um gegen diese Kanzlei vorzugehen. Lautstark forderten wir das Hotel auf in Zukunft der Kanzlei Schreiner & Partner keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung zu stellen.

NORMA – mehr Arbeitsstunden, mehr Zeitdruck, mehr Stress Outingaktion der SDAJ München

DSCF4446Traumhaft klingt das Ausbildungsangebot, das NORMA auf seiner Internetseite anbietet. NORMA verspricht eine „abwechslungsreiche und vielseitige Ausbildungszeit“, eine „sehr gute Ausbildungsvergütung“ und eine „hervorragende fachliche Ausbildung“. Ein schlechter Witz, fragt man die Auszubildenden bei NORMA persönlich. Offiziell wirbt NORMA mit dem Spruch „Mehr fürs Geld“; und das darf man auch bitter ernst nehmen. Für die Azubis heißt das nämlich mehr Arbeitsstunden, mehr Zeitdruck und mehr Stress.

Diese miesen Ausbildungsbedingungen und Arbeitsverhältnisse hat die SDAJ München am 2. August öffentlich mit einer sogenannten Outing-Aktion angeprangert. Mit Schildern und Flyern wurde kurzerhand eine NORMA-Filiale am Rosenheimer Platz angeprangert und mit mehreren Redebeiträgen die mieserablen Bedingungen angekreidet.

DSCF4462Unbezahlte Überstunden stehen bei NORMA auf der Tagesordnung. Die Zeit nach Ladenschluss, in der für gewöhnlich der Laden aufgeräumt wird, wird weder in der Arbeitsplanung berücksichtigt – geschweige denn bezahlt; sie wird schlichtweg nicht aufgeschrieben. Zwei Stunden unbezahlt länger arbeiten ist keine Seltenheit. „Das ist auch nicht verwunderlich: Die Filialleitung plant schon mit einer Unterbesetzung, um Kosten zu sparen, damit an anderen Tagen mehr Personal genutzt werden kann, ohne extra Zahlungen leisten zu müssen oder gar über Neueinstellungen nachzudenken.“ erklärte eine Genossin in einem Redebeitrag. „Mein Chef will von den Überstunden gar nichts wissen. Öfter habe ich ihn darauf angesprochen, doch er sagt, das wäre ganz normal.“ berichtete zum Beispiel eine Auszubildende im Vorfeld. Auszubildende bei NORMA arbeiten oft ganz regulär in 10-Stunden-Schichten. In den Berichtsheften darf das natürlich nicht auftauchen. Berichtshefte zu fälschen, weil die Filialleitung auf die unbezahlten Überstunden der Azubis nicht verzichten will und sich auch jeden Ärger ersparen möchte, wird bei NORMA allgemein erwartet.

„Super Aktion, endlich mal macht jemand was“. Diese und ähnliche Reaktionen bekamen wir von nahezu allen PassantInnen und KundInnen. Einige Anwohner aus den umliegenden Häusern kamen extra zu uns herunter um sich einen unserer Flyer zu holen. Auch die Beschäftigten der Filiale zeigten großes Interesse an der Aktion. Einzig die Filialleiterin stritt alles ab und versuchte uns von der NORMA-Filiale abzudrängen. Scheinbar hatten wir mit unserer Aktion einen wunden Punkt getroffen.

DSCF4481-1

 

Aber unsere Aktion richtet sich nicht nur gegen eine einzelne Filiale oder gegen NORMA alleine. Dieser Konzern ist nur eines von vielen Beispielen welches für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen steht und das hat System: Im Kapitalismus werden unsere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen ständig von den Banken und Konzernen verschlechtert, um noch mehr Profit zu scheffeln. Deswegen fordern wir als SDAJ bundesweit zunächst ein Ausbildungsgesetz, das zum Beispiel das Verbot von unbezahlten Überstunden beinhaltet. Das Ausbildungsgesetz wird uns nicht einfach gegeben werden. Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen. Organisieren wir uns und erstreiten wir uns gemeinsam das, was uns zusteht; zwingen wir die Ausbeuter zu einem Ausbildungsgesetz für uns! Letztendlich geht es also darum, dieses System zu überwinden und eine Gesellschaft nach unseren Interessen aufzubauen.

Mehr Infos zur bundesweiten SDAJ Kampagne findet ihr unter www.zukunft.sdaj-netz.de

Ihr kennt solche Zustände aus eigener Erfahrung? Euer Chef schert sich nicht drum? Du hast Lust etwas dagegen zu unternehmen? Melde dich bei uns, schildere uns deine Geschichte – über Facebook oder mail: info@sdaj-muenchen.net, oder komm donnerstags ab 18 Uhr in den Kommtreff,
Holzapfelstraße 3.

Hinaus zum 1.Mai!

1.mai-website-header1

Unsere Zukunft statt eure Profite – her mit dem Ausbildungsgesetz!

Auch im Jahr 2014 das gleiche Bild: Wir – die arbeitende und lernende Jugend – geraten immer häufiger aufs Abstellgleis. Schmalspurausbildung, Überstunden, Angst vor Arbeitslosigkeit und Hartz IV gehören für uns Jugendliche bereits zum Alltag. Die Kosten für die eigene Ausbildung gehen in die Höhe, die Qualität sinkt jedoch in den Keller. Ob in Deutschland, Spanien, Griechenland: Die anhaltenden Krise verschärft die miese Situation der Jugend in Europa noch einmal massiv.

jung & arbeitslos heißt keine Zukunft & keine Perspektive

Uns wird gesagt, dass wir uns in Deutschland doch freuen könnten: Im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern hätten wir doch „kaum Probleme“. Eine „läppische“ Arbeitslosenquote von Jugendlichen unter 25 von nur 7,5% – im Vergleich mit Quoten von über 50% in Spanien und Griechenland. Doch alleine 266000 Jugendliche tauchen in den „läppischen“ 7.5% nicht auf, weil sie in unterschiedlichsten „Warteschleifen“ à la „Berufsvorbereitendes Jahr (BVJ)“ stecken. Gleichzeitig wird verschwiegen, auf wessen Kosten die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland eigentlich gedrückt wird: Die Agenda 2010, besonders die Einführung von Hartz IV, hat dazu geführt, dass die Schere der Reichtumsverteilung immer weiter auseinander geht. Denn der Reichtum einer kleinen Minderheit (die reichsten 10% besitzen mehr als das 13fache der ärmsten 50%) lastet immer mehr auch auf den Schultern der Arbeitslosen und der Jugend. Wie jüngst das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie veröffentlicht hat, verfügen 49% der Jugendlichen in Ausbildung oder Praktikum über überhaupt kein Vermögen oder haben sogar Schulden – bei Arbeitslosen sind es sogar 65,5%. Damit schießt Deutschland den Vogel ab: In keinem anderen Land der Eurozone, d.h. weder in Spanien, noch in Griechenland, ist die Reichtumsverteilung so ungleich wie hier. Jung und arbeitslos sein, heißt in Deutschland, keinerlei Perspektive, keinerlei Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft zu haben.
Fünf „EU-Gipfel“ zur Jugendarbeitslosigkeit im Jahr 2013 haben die Situation für Jugendliche in Europa um kein Deut gebessert, im Gegenteil: Auf jedem dieser Treffen wurde festgestellt, dass sich die miese Situation noch mehr verbreitet, dass noch mehr Jugendliche ohne Job und ohne Zukunft dar stehen. Jetzt „noch mehr EU“ zu fordern, um aus dem Schlamassel herauszukommen, klingt wie ein schlechter Witz: Denn „mehr EU“ bedeutet mehr aggressive Sparpolitik und damit nur noch mehr Reichtum von Banken und Konzernen auf unsere Kosten, das heißt auf Kosten der Jugend von Europa. Deshalb heißt es für uns bei den Europawahlen am 25. Mai unsere Stimme gegen die EU zu erheben und die einzig wirkliche Alternative zu wählen: Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) stellt sich kompromisslos gegen die Sparpolitik der EU und die Umverteilung zugunsten der Banken und Konzerne.

Kämpfen für die eigenen Interessen: gemeinsam, solidarisch und international

Letztlich müssen wir unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen und unsere Perspektiven selbst erkämpfen: Ein Schritt dahin ist der Kampf für ein verbindliches Ausbildungsgesetz – statt einem „Ausbildungspakt“, der von der Bundesregierung und den Unternehmen gefeiert wird, obwohl der Mangel an Ausbildungsplätzen uns weiterhin ein selbstbestimmtes Leben unmöglich macht. Nicht mal jedes vierte Unternehmen in Deutschland bildet aus und selbst wenn, dann ist von Übernahme nach der Ausbildung meist keine Rede. Doch ein Ausbildungsgesetz, das jedem und  jeder Jugendlichen einen Ausbildungsplatz und die unbefristete Übernahme im Beruf garantiert, ist ein wirksames Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit.
Wir müssen anfangen, für unsere eigenen Interessen und unsere Zukunft als Jugend von Europa zu kämpfen – denn weder ein Ausbildungsgesetz, noch die Befreiung von Existenzangst und Perspektivlosigkeit überhaupt wird uns einfach so geschenkt. Miese Ausbildungsbedingungen und schlechte Bezahlung müssen wir öffentlich bekämpfen und die Streiks der KollegInnen im Einzelhandel im Winter haben gezeigt: Kämpfen lohnt sich! Langfristig heißt unsere Perspektive Sozialismus: Es ist die einzige Gesellschaftsform, in der unsere Bedürfnisse und Interessen statt den Profiten der Banken und Konzerne wirklich eine Rolle spielen. Wenn wir das erreichen wollen, müssen wir uns im Betrieb in den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV), den Gewerkschaften und in der SDAJ organisieren. Denn niemand vertritt unsere Interessen und Bedürfnisse so gut wie wir selbst – im Betrieb, in der Schule und heute auf der Straße: Heraus zum 1.Mai!

Wir fordern ein Ausbildungsgesetz, welches u.a. folgendes garantiert:
JedeR hat das Recht auf einen Ausbildungsplatz seiner/ihrer Wahl!
Wer nicht ausbildet, muss zahlen: Für eine Umlagefinanzierung!
Unbefristete Vollzeitübernahme im erlernten Beruf für alle!
Für ein Verbot von unbezahlter Ausbildung: Mindestausbildungsvergütung 1.200€ Netto!

Kommt zum Jugendblock der DGB-Jugenden! Wir treffen uns um 09:30 vorm DGB Haus in der Schwanthalerstraße. Für einen kämpferischen 1.Mai!

Für kämpferische Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst!

sdaj-ajp2014-kopiervorlage-zwei-Seite001-723x1024Kaum stellt ihr Forderungen auf, wird euch KollegInnen im öffentlichen Dienst gesagt: Die Kassen seien leer und eure Forderungen nicht machbar. Aus dieser Sachzwang-Argumentation folgen seit Jahren Reallohnverluste für euch als Beschäftigte. Das kann nicht angehen! Ein Staat, der Banken mit Milliardenpaketen rettet hat keine leeren Kassen: Er gibt das Geld nur woanders aus.Vor diesem Hintergrund erklären wir uns solidarisch mit euch und unterstützen eure Forderungen. Sowohl eine prozentuale Steigerung um 3,5% als auch der von euch geforderte Festbetrag sind mehr als angemessen!

Besonders für die Azubis besteht einiges an Nachholbedarf- schon seit Jahren ziehen sich die Arbeitgeber mit allerlei Ausstiegsklauseln aus den Übernahmeregelungen. Auch bei der Ausbildungsvergütung sieht es düster aus: In den letzten vier Jahren gab es gerade mal ein plus von durchschnittlich 115 Euro – das reicht kaum, um die Preissteigerung bei Wohnung und Lebensmitteln auszugleichen! Wir unterstützen eure Kämpfe zur konsequenten Durchsetzung einer klaren Übernahmeregelung sowie einem fixen Anheben der Azubivergütung um 100 Euro!

Es ist jedes mal dasselbe: Es kommt darauf an, die Forderungen gegen die Angriffe von Staat und Unternehmen zu verteidigen – gemeinsam und solidarisch. Je mehr KollegInnen sich für ihre Forderungen einsetzen, desto mehr Druck könnt ihr aufbauen. Umso wichtiger ist eine Laufzeit von nur 12 Monaten: Denn dann könnt ihr gemeinsam mit den KollegInnen im öffentlichen Dienst der Länder noch mehr Druck aufbauen. Die Aufspaltung der Tarifverhandlungen war ein gezielter Angriff zur Schwächung eurer Kampfkraft, vor allem zu Lasten der KollegInnen der Länder. Lasst euch nicht in Bund&Kommunen und Länder aufspalten – kämpft gemeinsam für eure Forderungen!

In diesem Sinne wünschen wir euch viel Erfolg und Kraft für eure Tarifkämpfe und sichern euch unsere vollste Unterstützung zu!

GEMEINSAM FÜR:
– 3,5% mehr Lohn für alle!
– 100€ Festbetrag – auch für Auszubildende!
– Aufhebung der Spaltung im öffentlichen Dienst, 12 Monate Laufzeit!

Download: Für kämpferische Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst!

lll14_banner_web

AufrufProgrammBus buchen

Weiterlesen →

21. Bundeskongress: Unsere Zukunft statt eure Profite!

Übernommen von www.sdaj-netz.de [15.10.13] Vergangenes Wochenende führte die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) erfolgreich ihren 21. Bundeskongress durch. Zwei Tage lang diskutierten 100 Delegierte im hessischen Eschborn bei Frankfurt am Main über Arbeitsvorhaben in den nächsten zwei Jahren. Neben einer Kampagne und einer Handlungsorientierung, wurde auch ein neuer Bundesvorstand und einer neuer Vorsitzender gewählt.

buko1

Der Bundeskongress ist das höchste beschlussfassende Gremium der SDAJ, er findet alle zwei Jahre statt. Nach intensiver Vorbereitung ist es das erste Mal seit über zwanzig Jahren gelungen, den Kongress wieder als Delegiertenkongress durchzuführen. An den knapp fünfhundert Änderungsanträgen an die Leitanträge des Bundesvorstandes und den qualifizierten Diskussionen lies sich die intensive Vorbereitung aller Gruppen und Landesverbände erkennen.

Lang und ausführlich wurde der Vorschlag des Bundesvorstandes zu einer Kampagne im Bereich Arbeiterjugendpolitik diskutiert. Die Kampagne hat zum Ziel Verursacher und Profiteure mieser Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu outen und Jugendliche in Kämpfe zu führen. Zentrales Mittel der Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite! Ausbeuter outen – Ausbildung erkämpfen“ ist dabei die Forderung nach einem Ausbildungsgesetz.

SDAJ2In der Debatte um eine alternative Kampagne zum Thema Jugendarbeitslosigkeit in Europa wurde intensiv über den Charakter von Gesetzesforderungen, den Zusammenhang von Theorie und Praxis bei der Herausbildung von Klassenbewusstsein und der Rolle einer revolutionären Jugendorganisation in Reformkämpfen diskutiert. Einmütigkeit gab es bei der Feststellung, dass der SDAJ niemand die wichtige Aufgabe abnehmen wird in betrieblichen Kämpfen die Einsicht zu vermitteln, dass die Interessen der Arbeiterjugend nur gegen den Willen der Herrschenden und ihren Staat durchzusetzen sind.

Mit einigen Änderungen beschlossen die Delegierten letztlich die Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“ als Antwort auf die aktuelle Offensive der deutschen Banken und Konzerne. Anknüpfend an die in letzter Zeit gewachsenen Erfahrungen der SDAJ in gewerkschaftlichen und betrieblichen Kämpfen werden im Jahr 2014 nun also die Kräfte gebündelt um gemeinsam mit vielen Jugendlichen für einen klaren Riegel gegen die Verfügungsgewalt des Kapitals zu kämpfen. Auf der Straße und in den Betrieben soll Druck für mehr Ausbildungsplätze, eine qualitativ hochwertige Ausbildung, deutlich bessere Vergütung und gegen Ausbildungsplatzmangel, Leiharbeit, fehlende Übernahme, sowie befristete Arbeitsverträge aufgebaut werden.

Diese Kämpfe zusammenzuführen bedeutet, den politischen Kampf um ein Ausbildungsgesetz zu führen. Im Kampf für so ein Ausbildungsgesetz wird auch erfahrbar, wer in diesem Staat wirklich das Sagen hat: die Banken und Konzerne! Gegen sie muss das Ausbildungsgesetz gemeinsam durchgesetzt werden.

Neben der Kampagne wurde vor allem eine Handlungsorientierung, die Entwicklungsschritte in allen zentralen Arbeits- und Schwerpunktbereichen des Verbands festlegt, diskutiert und beschlossen. Großen Raum nahmen Debatten über Inhalt und Ausbaumöglichkeiten der Bildungsarbeit, die Weiterentwicklung der Frauenpolitik, sowie Schutzmaßnahmen gegen staatliche Repression und Angriffe von Rechts ein.

Nachdem seit dem letzten Bundeskongress mit Baden-Württemberg ein weiterer Landesverband gegründet werden konnte beschlossen die Delegierten, dass sich die SDAJ nun verstärkt der Anleitung landesweiter Arbeit und dem Aufbau von Strukturen im Osten zu widmen hat.

buko3Mit einem Video wurde an die erfolgreichen Kubabrigaden erinnert, die auch von Gästen von der Freundschaftsgesellschaft BRD-Cuba und dem kubanischen Konsulat in Bonn gewürdigt wurde. Der Eintritt neuer Mitglieder wurde gefeiert, GenossInnen, die aus Altersgründen die SDAJ verließen, darunter der bisherige Bundesvorsitzender Björn Schmidt, wurden verabschiedet. Der Kongress dankte Björn besonders für seine orientierende Rolle in der Arbeit als Vorsitzender in den letzten fünf Jahren. Gewählt wurde auch eine neue bundesweite Leitung des Verbandes. Der 23-jährige Paul Rodermund aus Baden-Württemberg wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Wichtiger Bestandteil der Tagung waren auch die revolutionären Grüße der vielen anwesenden Gäste, die ein fürs andere mal für stehenden Beifall sorgten. Anwesend waren VertreterInnen von Schwesterorganisationen aus Belgien, Griechenland, Luxemburg, Österreich, Spanien und der Vizepräsident des Weltbundes der demokratischen Jugend. Patrik Köbele, Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei betonte in seinem viel beklatschten Grußwort das besondere Verhältnis von SDAJ und DKP.

Mit diesem Bundeskongress hat sich die SDAJ für die kommenden Kämpfe der arbeitenden und lernenden Jugend gestärkt und konnte neue Schritte in der Entwicklung des Verbandes gehen. Die sorgfältigere und kollektivere Vorbereitung durch das Delegiertenprinzip qualifizierten die Diskussionen, die auch zeigten an welchen Punkten der Verband in Zukunft weiter diskutieren muss.

Nun geht es darum die vielen Diskussionen und Beschlüsse in eine schlagkräftige Praxis zu übertragen. Im Kampf auf der Straße und im Betrieb: „Ausbeuter outen – Ausbildung erkämpfen!“

(Auch die jungeWelt berichtet in ihrer heutigen Ausgabe)